Postoperative Physiotherapie

Allgemeine Prinzipien der Rehabilitation und Selbst-Physiotherapie für die funktionelle Erholung der Schulter

Allgemeine Prinzipien der Schulterphysiotherapie

Die Physiotherapie spielt eine grundlegende Rolle bei der funktionellen Erholung nach jeder Schulteroperation. Die unten dargestellten allgemeinen Prinzipien gelten für alle Pathologien und Eingriffe, mit spezifischen Anpassungen je nach Art des Eingriffs und dem Heilungsverlauf.

Allgemeine Ziele der Physiotherapie

  • Wiederherstellung der Gelenkmobilität: schrittweise Wiedererlangung aller Bewegungsamplituden der Schulter
  • Muskelentspannung: Kampf gegen Kontrakturen und schädliche Positionen
  • Schulterzentrierung: Wiederherstellung einer guten Positionierung und muskulären Synchronisation
  • Funktionelle Erholung: Wiedererlangung der Autonomie bei täglichen Aktivitäten
  • Prävention von Komplikationen: Vermeidung von Steifheit, Adhäsionen und entzündlichen Phänomenen

Allgemeine Rehabilitationsphasen

Phase 1: Schutz

0–3/6 Wochen

  • Schmerzkontrolle
  • Respektierung der Ruhigstellung
  • Geführte passive Mobilisationen
  • Prävention von Steifheit

Phase 2: Mobilität

3–8 Wochen

  • Schrittweise Wiedererlangung der Amplituden
  • Aktive Mobilisation ohne Widerstand
  • Schmerzfreie Eigenübungen
  • Flexibilitätsarbeit

Phase 3: Kräftigung

8–16 Wochen

  • Arbeit der Skapulastabilisatoren
  • Progressive Kräftigung
  • Propriozeption
  • Vorbereitung auf Aktivitätsaufnahme

Grundlegende Prinzipien der Selbst-Physiotherapie

Arbeit ohne Schmerzen

Die Physiotherapie-Arbeit der Schulter muss mit einer quasi-totalen Schmerzfreiheit durchgeführt werden. Bei Schmerzen während einer Übung muss die Übung gestoppt werden, eine andere weniger schmerzhafte Übung versucht werden oder nach einigen Stunden erneut versucht werden. Wenn eine Übung schmerzhaft ist, ist sie entweder schlecht durchgeführt oder zu früh.

Regelmäßigkeit und Häufigkeit

Man empfiehlt, mindestens 5 Minuten, 5 Mal täglich, jeden Tag zu arbeiten. Es ist wichtig, Übungen von kurzer Dauer, aber mehrmals täglich durchzuführen, um das Auftreten schmerzhafter Phänomene zu vermeiden und unter den besten Bedingungen voranzukommen. Übungen, die zu hoher Intensität oder zu lange durchgeführt werden, sollten vermieden werden.

Arbeit unter Anleitung des Physiotherapeuten

Zögern Sie nicht, den Physiotherapeuten um Übungen zu bitten, die zu Hause durchgeführt werden sollen, und bestätigen Sie mit ihm die korrekte Ausführung der Bewegungen. Der Physiotherapeut muss zeigen, erklären und kontrollieren, dass die Übungen korrekt und ohne Schmerzen durchgeführt werden.

Allgemeine Mobilisationsübungen

Das Pendel

Nach vorne gebeugt lässt man den operierten Arm in vertikaler Position und führt dann leichte kreisförmige Bewegungen aus, um die Muskeln um die Schulter zu entspannen. Das Ziel ist Muskelentspannung, nicht weite Bewegungen.

Auto-Elevation des Arms

In liegender Position ergreift man die Hand der operierten Seite mit der anderen Hand und führt progressive Elevationsbewegungen aus. Der gesunde Arm leistet die ganze Arbeit, der operierte Arm wird nur geführt.

Mobilisation Nacken/Schulter

Aktive Mobilisation auf zervikaler Ebene und Schulterebene. Den Kopf langsam drehen und die Schultern in alle Richtungen heben, um die peri-skapulären Muskeln zu entspannen.

Praktische Tipps

Während der Übungen

  • Operationsvorgaben einhalten und Schmerz als Leitfaden nehmen (kein Forcieren)
  • Eis 10–15 Minuten nach den Übungen bei Bedarf anwenden
  • Individuelle Progression mit Ihrer Physiotherapeutin/Ihrem Physiotherapeuten
  • Jegliche Schmerzen oder Beschwerden mitteilen

Rückkehr zu Aktivitäten

Die Rückkehr zu Arbeit, Sport und Überkopfaktivitäten erfolgt schrittweise und wird vom Operationsteam je nach Eingriff und klinischem Verlauf freigegeben. Jeder Patient schreitet in seinem eigenen Tempo voran.

Wichtig: Für detaillierte Informationen zu spezifischen Physiotherapie- und Selbst-Physiotherapie-Protokollen je nach Ihrer Pathologie konsultieren Sie die speziellen Seiten: